Diese verrückte Entdeckung, die Millionen bedrohter Dieselfahrzeuge retten wird

Verfasst von Gerhard Lauxmann

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Viele Besitzer älterer Diesel erleben, wie ihr Auto politisch und technisch in die Enge gerät, obwohl der Motor noch läuft, zieht sich der Spielraum auf der Straße spürbar zusammen.

Aus einem Prüfstandversuch kommt nun eine Idee, die lange als abwegig galt. Dabei zeigte ein alter Motor mit reinem Rapsöl als Option unter alternativen Kraftstoffen stabile Werte, was selbst bei strengen Fahrverboten die Debatte über bedrohte Bestände schlagartig verschiebt, bis niemand mehr sicher ist

Rapsöl statt Diesel im Tank

An der RUDN-Universität kreist die Suche um eine schlichte Frage : Kann reines Rapsöl alte Diesel retten? Im Versuch ersetzt Pflanzenöl im Motor den fossilen Dieselkraftstoff und stammt, wenn verfügbar, aus regionalem Anbau.

Damit der Lauf ruhig bleibt, reicht bloßes Umfüllen nicht aus. Nötig sind eine angepasste Verbrennung und Versuche an Aggregaten für landwirtschaftliche Maschinen, weil dort Lastwechsel, Temperatur und Verbrauch unter Arbeitseinsatz klarer sichtbar werden als nur im kurzen Leerlauf einer Werkstatt.

Am Prüfstand liefert der MD-6 erstaunlich konstante Werte

Im Labor lief der MD-6 nicht spektakulär, sondern auffallend gelassen. Bei den Prüfstandversuchen am MD-6 an der RUDN-Universität blieben Drehzahl, Laufkultur und Abgabe auch mit Rapsöl nah am gewohnten Bereich.

Gerade bei einem Motor, der aus dem Umfeld robuster Arbeitsmaschinen stammt, zählt solche Ruhe. Die Forschenden meldeten stabile Leistungswerte, nachdem Einspritzung und Betriebsweise auf den Kraftstoff abgestimmt worden waren, ein nüchterner, aber bemerkenswerter Befund für die nächsten Testreihen draußen.

Auf französischen Straßen fahren Lkw mit Oléo100 längst voran

Wer nach Praxis sucht, blickt längst nach Frankreich. Dort rollt B100 im Fernverkehr schon in Flotten, und Avril positioniert Oléo100 bei Speditionen als Rapskraftstoff für den täglichen Streckendienst auf langen, planbaren Achsen.

Nach Angaben der Anbieter sinken die Feinstaubemissionen um 80 Prozent, der Mehrverbrauch liegt bei rund 5 Prozent. Renault Trucks, MAN, Volvo Trucks und Scania liefern dafür ab Werk zertifizierte Modelle, die in Frankreich sogar die Crit’Air-1-Plakette offiziell erhalten.

Einspritzung, Temperaturführung und Dichtungen bleiben Knackpunkte

Bei Personenwagen endet die Euphorie rasch an der Technik. Die Teams arbeiten an Einspritzsystemen für Pflanzenöl, weil Viskosität, Zerstäubung und Rücklauf anders ausfallen und kleinere Motoren bei Düsen oder Pumpen empfindlich reagieren.

Dazu kommen heikle Fragen jenseits des Labors. Der Kaltstart bei Frost, kraftstofffeste Dichtungen und die Materialverträglichkeit im Motor entscheiden mit darüber, ob Vorwärmung, Werkstoffe und Dichtungen im Alltag Verschleiß, Leckagen oder Temperatursorgen wirklich fernhalten bei Fahrten im Winter und Frühjahr.

An Zapfsäulen und bei der Zulassung hakt es noch

Nicht nur der Motor bremst, sondern auch die Versorgung. Privatfahrer finden kaum B100 an gewöhnlichen Tankstellen, weil vielerorts fehlende Zapfstellen bleiben, während Unternehmen für Oléo100 meist ein eigenes Tanklager auf dem Betriebshof errichten.

Bei der Zulassung bleibt der Kreis eng. Derzeit dürfen vor allem Euro-6-Fahrzeuge ab Baujahr 2014 mit solchem Kraftstoff fahren, was die Rettung für Millionen älterer Diesel begrenzt. Ohne angepasste Regeln bleibt der Markt klein und lokal bis auf Weiteres.

Gerhard Lauxmann

Erfahrene Fachkraft, leidenschaftlich interessiert am Lernen und am Austausch von Ideen. Verbindet Gründlichkeit, Einfachheit und Offenheit in der Arbeit. Stets neugierig, strebt danach, sich weiterzuentwickeln und ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben aufrechtzuerhalten.