Seit 17 Jahren krankgeschrieben: Mit 62 Jahren zieht diese Lehrerin vor Gericht, um ihre vollen Bezüge zu behalten

Verfasst von Gerhard Lauxmann

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Seit 17 Jahren ist eine heute 62-jährige Pädagogin krankheitsbedingt dem Schuldienst ferngeblieben. Die Lehrerin im Langzeitkrankenstand wehrt sich nun gerichtlich gegen ihre angeordnete Pensionierung und sorgt bundesweit für Aufsehen.

Über all diese Jahre erhielt die dienstunfähige Beamtin weiterhin ihr vollständiges Gehalt, zuletzt monatlich zwischen 5.051 und 6.174 Euro. Der Streit um die vollen Bezüge beschäftigt nun das Verwaltungsgericht Düsseldorf, während die Staatsanwaltschaft wegen möglichen Betrugs ermittelt. Sie soll parallel als Heilpraktikerin gearbeitet haben. Dann folgte dort die überraschende Razzia.

17 Jahre Dienstunfähigkeit bei vollem Gehalt

Von 2003 bis 2009 stand die heute 62-jährige Beamtin im aktiven Schuldienst. Anschließend blieb sie Medienberichten zufolge wegen einer psychischen Erkrankung 17 Jahre lang dem Unterricht fern, ohne ihren Beamtenstatus zu verlieren. Ihre Dienststelle war eine berufsbildende Schule in Wesel, die zum nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Düsseldorf gehört.

Trotz ihrer langen Abwesenheit floss die Besoldung ungekürzt weiter. Den Berichten zufolge bewegte sich ihre monatliche Besoldung, abhängig von Zeitpunkt und Einstufung, zwischen 5.051 und 6.174 Euro. Dass eine Lehrerin 17 Jahre keinen Unterricht erteilte und dennoch ihre vollen Bezüge erhielt, entfachte landesweit eine Debatte über dauerhaft erkrankte Beamte.

Amtsärztliches Gutachten führt zur Zwangspensionierung

Im Mai 2026 musste sich die Lehrerin einer medizinischen Begutachtung unterziehen. Die amtsärztliche Untersuchung ergab, dass mit einer Rückkehr in den Schuldienst innerhalb der folgenden sechs Monate nicht zu rechnen sei. Daraufhin stellte die Bezirksregierung Düsseldorf eine dauerhafte Dienstunfähigkeit fest und pensionierte die 62-Jährige gegen ihren Willen.

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Seit Juni fallen ihre monatlichen Zahlungen deshalb um 1.500 bis 2.000 Euro niedriger aus. Die Beamtin wehrt sich vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen diese Kürzung der Bezüge und fordert, die Entscheidung der Behörde aufzuheben. Ihre Klage gegen den vorzeitigen Ruhestand soll ihr die bisherige Besoldung auch weiterhin in voller Höhe sichern.

Betrugsverdacht wegen einer mutmaßlichen Tätigkeit als Heilpraktikerin

Neben dem Streit um ihre Pensionierung beschäftigt der Fall inzwischen die Strafjustiz. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg betreffen den Verdacht, die Beamtin könnte während ihrer Krankschreibung zu Unrecht Zahlungen erhalten haben. Medienberichten zufolge soll sie trotz bescheinigter vollständiger Dienstunfähigkeit einer bezahlten Tätigkeit als Heilpraktikerin nachgegangen sein. Ob darin ein Betrug liegt, ist nicht bewiesen.

Im Zuge des Verfahrens rückten Ermittler bei der Lehrerin an. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung stellten sie laut Der Spiegel mehrere digitale Datenträger sicher, die nun ausgewertet werden. Auch Bild griff den Fall auf. Ob das Material den Verdacht erhärtet und strafrechtliche Folgen hat, hängt von den Untersuchungen ab.

Gerhard Lauxmann

Erfahrene Fachkraft, leidenschaftlich interessiert am Lernen und am Austausch von Ideen. Verbindet Gründlichkeit, Einfachheit und Offenheit in der Arbeit. Stets neugierig, strebt danach, sich weiterzuentwickeln und ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben aufrechtzuerhalten.